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Manuel & Paula

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Das JoJo-Spiel in Beziehung und Sexualität (= Teil 1)

Teil1:

“Beziehungs-Spiele”

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Das „JoJo-Spiel“ kennen Paula und ich in unserer Beziehung miteinander, aus unseren früheren Beziehungen und aus den vielen anderen Beziehungsgeschichten aus dem näheren und weiteren Umfeld. Wenn auch Du Dich in diesen Darstellungen wiederfindest, dann haben wir hier – vor allem dann in Teil 2 – vielleicht ein paar wertvolle und erprobte Vorschläge für Dich, aus dem Spiel auszusteigen.

Wenn es bei Dir anders läuft ist das toll – aber selbst dann kannst du die geschilderten Dynamiken und den Umgang mit Ihnen nutzen, um DEIN Spiel zu durchschauen. Denn jeder von uns spielt irgendwelche Spiele.

Es geht uns darum in diesem Beitrag Bewusstheit für diese Spiele zu schaffen, denn Bewusstheit und Achtsamkeit sind der erste Schritt und Voraussetzungen dafür, dass Dinge durchschaut werden können. Veränderung ist immer erst der zweite Schritt der in Freiheit und Bewusstheit erfolgen sollte. Sonst landet man ganz sicher wieder – unbewusst – in einem neuen Spiel.

Männlich-weibliche Rhythmen
Männer und Frauen haben in Beziehungen ihren männlich-weiblichen Eigenrhythmus der im Besten Falle auch zu einem Paar-Rhythmus verschmilzt. In diesem allgemeinen Rhythmus ist auch der „sexuelle“ Rhythmus eingebettet.

Als Mond-Wesen ist dieser Rhythmus bei der Frau oft an den Monats-Rhythmus gekoppelt. Der Mann hat einen etwas anderen sexuellen Rhythmus der weniger vom Mond, als primär von seiner Ejakulation abhängt, und sehr stark von seinem Alter und der individuellen Konstitution.

Als Paar ist auch die Dauer der Beziehung ein wichtiger Faktor. In der Phase der Verliebtheit wo die Körper der Produktion von “hormonellen Dauerdrogen” unterworfen sind verhält es sich natürlicherweise anders, als 20 Jahre und 3 Kindern später :-)

Der JoJo Effekt:
Vereinfacht und sehr plastisch-klischeehaft dargestellt sieht der Rhythmus und der damit verbundene “JoJo Effekt” im Beziehungsalltag von vielen Frauen und Männern vielleicht so aus:

Das Männliche
Mann ist in seinem Job aktiv oder geht leidenschaftlich und meist ambitioniert in seinem Hobby oder anderen Projekten auf. Da gerade der Job oft mit Stress verbunden ist, oder sich der Mann auch seine Hobbys ganz geschickt oft mit Stress belädt oder diese in einer typisch männlich-zielorientierten Weise ausführt, die einer totalen Entspannung und einem Loslassen widersprechen (viele Männer die diese Passage gerade lesen, werden dem jetzt natürlich widersprechen), baut er Spannung auf, die sich sexuell früher oder später als „Lust auf Sex“ äußert. Der Wunsch sich von dieser Spannung zu lösen und sich mit seiner Kraft und Kreativität in die Welt zu „ergießen“ wächst und gipfelt meist spätestens nach ein paar Tagen im der sexuellen Annäherung an seine Frau.

Das Weibliche
Wie hat die Frau inzwischen die letzten Tage verbracht?
Vielleicht hat sie sich um die Kinder und den Haushalt gekümmert, ist ihrem eigenen Job nachgegangen und hat versucht die vielseitigen Anforderungen an sie zur Zufriedenheit ihres Umfeldes zu erfüllen. Dabei stellt sie oft ihre eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund um sicherzustellen, dass alle Menschen in ihrer Umgebung sich wohlfühlen und gut versorgt sind. Dieses „sich hinten anstellen“ erzeugt ebenfalls Spannung und der Wunsch sich ganz fallenlassen und loslassen zu können, sowie tief gesehen und fest „gehalten“ zu werden, wird größer.

Vereinigung
In diesem Moment nähert sich (im Besten Falle) der Mann – mit seinem Wunsch nach Lösung, Durchdringung, „Befruchtung“ (im weitesten Sinne) und Eruption seiner Schöpferkraft – seiner Frau. Er sieht wie schön sie ist, schenkt ihr zu 100% seine ganze Aufmerksamkeit und Präsenz und gibt ihr das Gefühl, dass er sie mit Haut und Haar will. Das ist Balsam für das Herz der Frau die sich ganz fallen lassen möchte, die sich ganz für ihren Mann öffnet und in diesen Moment der Liebe und Hingabe alles gibt um ihren Mann ganz in sich aufzunehmen und tief berührt zu werden. Es folgt ein mehr oder weniger heißes, leidenschaftliches, prickelndes Liebesspiel. Männliche und weibliche Kräfte stehen in voller Vereinigung, begegnen, durchdringen und bereichern sich gegenseitig. Spannung wird rhythmisch weiter aufgebaut bis sie sich nicht mehr halten lässt und in einem Höhepunkt gipfelt.

„Kommen“ und „Gehen“:
Die Frau kommt (eher seltener als öfter) – der Mann ejakuliert / „kommt“ – bzw besser gesagt – er „geht“ eigentlich … denn das ist in den meisten Fällen der Punkt ab dem die Präsenz des Mannes von Minute zu Minute wieder schwindet und er bald in den Schlaf sinkt oder sich wieder der Welt und ihren Geschäftigkeit zuwendet – sich oft regelrecht darin verliert – bis sich wieder genug Spannung aufbaut um sich abermals seiner Frau zuzuwenden … usw.
Die Frau verliert in diesem Moment – manchmal nur auf subtile und kaum merkbare Weise – ihren Mann. So wie sich der Mann in die äußere Welt zurückzieht, so zieht sich die Frau in ihre innere Welt zurück und erfährt den Rückzug des Mannes oft als Verlust und „Betrug“. Es bleibt das Gefühl nicht genug Tiefe und Verbindung erfahren zu haben – das Gefühl dass ihre Öffnung nicht genug erwidert wurde und dass die Präsenz des Mannes nur Mittel zum Zweck war. Der Mann hat höchstens das Vorzimmer ihres Herzensraumes betreten anstatt sich in ihrem Wohnzimmer niederzulassen oder sich dort gar auf die Suche nach dem geheimsten Raum zu machen, welchen die Frau vielleicht selbst noch nie betreten hat. Daraufhin verschließt die Frau die Tür zu ihrem Herzen wieder und mit jeder unbewussten Runde dieses JoJo Spiels fällt es ihr etwas schwerer, diese Tür wieder zu öffnen.

Erfahrungen:
Nachfolgend wollen wir noch die Erfahrungen eines uns SEHR vertrauten Paares mit Euch teilen. Um die Anonymität zu wahren lasst sie uns einfach Manuel & Paula nennen ;-)

Manuel:
“Wenn mein sexueller Rhythmus auf dem Höhepunkt ist, empfinde ich es oft wie ein Kind zu Weihnachten – man freut sich intensiv und lange auf das Fest … und dann ist es so schnell vorbei und die „Luft ist draußen“.
Wenn wir dann nach dem Höhepunkt (mit Ejakulation) nebeneinander liegen, sagt Paula oft schon einige Minuten danach zu mir, dass ich jetzt wieder in einen „anderen Modus“ gewechselt bin. Ich verneine das dann oft schnell und instinktiv indem ich sage, dass ich nur „ruhig“ bin, die Stille genieße oder nachdenke! Aber ich weiss, dass sie zumindest teilweise recht hat und ich meine Präsenz ein wenige verloren habe.”

Paula:
“Mein sexueller Rhythmus ist ganz anders als Manuels. Ich geniesse total, wenn er mich begehrt und wenn er seine Finger nicht von mir lassen kann (nach 12 Jahren Beziehung ist es doch ein sehr schönes Gefühl) und doch ist in mir gleichzeitig diese kleine Stimme, die mir sagt, dass dieses Begehren bald ein Ende haben wird, spätestens dann, wenn er das bekommt was er will und … ejakuliert. Und das ist das Problem, weil wenn ich nachher meistens voller Liebe bin und kuscheln möchte oder lauter liebevolle Worte hören will. Denn ich kenne ihn schließlich gut genug um zu wissen, dass seine Energie & Aufmerksamkeit dann oft gleich verschwunden ist und er mich dann ein paar Tage lang nicht so sehen und begehren wird, wir in den Tagen davor, wo er sexuell voll aufgeladen war. Da merke ich, dass ich mich nachher dann sehr oft in mich zurück ziehe.”

Manuel:
“Ich arbeite gern und viel und gehe mit Freude meinen Hobbys nach. Wenn ich arbeite, gehe ich oft völlig in meiner Kreativität auf und vergesse die Zeit. Ich liebe Paula und meine Kinder und genieße die Momente mit ihnen, doch ich weiss, dass ich in dieser Hinsicht typisch Mann bin und mich in meiner Arbeit verlieren kann und dass es eine Art Kraft und Energie in mir gibt, die sich in Form meiner kreativen Arbeit durch mich ausdrücken will. Ich gehe dann ganz in der Welt, ihrer Geschäftigkeit und Sinnlichkeit auf – oft ohne dabei meine Mitte zu halten.
Wenn ich dann dadurch auch Paula (und die Kinder) „vergesse“ und nicht präsent bei ihr (bei ihnen) bin, sie nicht „halte“ und ihr nicht das Gefühl vermitteln kann, dass ich für sie da bin (weil ich selbst nicht bei mir bin), dann zieht sich Paula zurück und beginnt „ihren Modus“ zu ändern. Sie wird zuerst ruhiger, lässt sich weniger gern berühren, wird „kälter“ und verweilt dann manchmal in einer Art stillem „Frust“ oder kalter Bissigkeit. Erst durch beharrliche Annäherungen meinerseits taut sie wieder auf und oft entlädt sich dann alles Aufgestaute in einer vulkanartigen emotionalen Explosion. Ein „Frauenproblem“ mit dem ich leben muss habe ich früher immer gedacht. Heute weiss ich, dass ich ein maßgeblicher Teil dieses „Problems“ oder sagen wir dieser „Dynamik“ bin.”

Paula:
“Wenn ich dann sehe wie sich die Energie wieder verändert hat und mich Manuel zwar noch wahrnimmt, aber nicht mehr wirklich sieht, merke ich, dass ich mich dann zurückziehe, irgendwie gekränkt und ausgenutzt fühle und dann in meine Kompensationsmechanismen fliehe … zB. wie die Wahnsinnige die Wohnung putze, Frust-Muffins backe (die übrigens köstlich schmecken) und langsam kälter, stiller und trauriger werde. Wir sehen uns zwar und reden auch miteinander, aber die Wärme, Präsenz und die tiefere Verbindung die ich spüre, wenn er mich wirklich wirklich sieht und will, vermisse ich dann.”

Manuel & Paula:
“Abgesehen davon, dass Paula und mir das Muster dieses „Spieles“ jahrelang überhaupt nicht bewusst war, hätten wir – wie viele andere Paaren denen es ähnlich geht – angenommen, dass das ein natürlicher Teil der Begegnung zwischen Mann und Frau ist – denn Begegnung erzeugt immer Reibung und Spannung – mit der man „leben“ muss.

Früher konnten diese Spannungs-Zyklen oft Tage und Wochen dauern indem sich Harmonie – Stille – verhärtete Fronten – kalter Krieg und dann heiße Schlachten – Versöhnung und Vereinigung – Harmonie usw … ständig abwechselten.
Mit fortschreitender Bewusstheit und Arbeit an uns und unserer Beziehung werden diese Zyklen kürzer bzw können wir mit Präsenz und Liebe zeitweise auch ganz aus dem Spiel aussteigen. Daran merken wir auch den Fortschritt in unserer Entwicklung als Individuen und als Paar!”

Kommt Dir das bekannt vor. Hast du auch Lust darauf das Spiel mal anders zu spielen? Dann lies weiter beim nächsten Mal:
„Mögliche Wege zur Meisterung des JoJo Spieles“

…UND KOMM zu unserem nächsten Beziehungs-Workshop in dem es ums “Feurige, Herzliche und Inspirierte Lieben” geht und darum wie man sich als Paar entwickeln UND diese Entwicklung auch genießen kann! Mehr Infos HIER

* Wenn wir die Attribute „männlich“ und „weiblich“ verwenden, dann müssen wir streng genommen immer den Zusatz „archetypisch“ voranstellen. Alle Männer und alle Frauen tragen sowohl männliche als auch weibliche Anteile in verschiedener Ausprägung in sich. Um die Spielarten dieser Pole zu besser verstehen ist es hilfreich zuerst einmal die Pole in ihrer Reinkultur besser zu verstehen. Dazu dienen die Benennungen „männlich – weiblich“ in diesem Artikel. Sie sind immer wertfrei und dienen nicht dazu an irgendwelche Klischees festzuhalten. Der Inhalt des gesamten Artikels stammt aus unserer eigenen Lebenserfahrung. Darum kann bei Euch auch alles ganz anders sein … theoretisch :-)

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